Ausstellungen

Die Ausstel­lungsrei­he [state­ment & dia­logue] zeigt in den kom­menden Jahren aus­gewählte, site-spez­i­fis­che Arbeit­en, die in einen Dialog mit dem Bau­denkmal treten und sich mit dessen beson­der­er Geschichte und den gegebe­nen städte­baulichen Beson­der­heit­en auseinan­der­set­zen.

Bild: © Hol­ger Her­schel

[state­ment & dia­logue III]

Die Kün­st­lerin­nen und Zwill­ingss­chwest­ern Maria und Natal­ia Petschat­nikov, geboren 1973 in Sankt Peters­burg, bewe­gen sich in ihren kün­st­lerischen Arbeit­en zwis­chen Malerei, Plas­tik und Rau­min­stal­la­tion. Nach dem Studi­um in New York und Paris führten Stipen­di­en und Res­i­den­zpro­gram­me die bei­den u.a. nach Mar­seille (Frankre­ich), Mojacar (Spanien), Dublin (Irland) und Dale (Nor­we­gen). Im Anschluss zog es sie in die Hans­es­tadt Ham­burg und schließlich nach Berlin, wo sie seit 2000  leben und arbeit­en. Auf ihren Reisen, wie auch in ihren kün­st­lerischen Arbeit­en sind Maria und Natal­ia Petschat­nikov als Feld­forscherin­nen unter­wegs. Mit Blick für die kleinen Dinge erkun­den, inter­pretieren und exper­i­men­tieren sie mit Räu­men, Orten und Gegen­stän­den. Dem Alltäglichen und schein­bar Neben­säch­lichen schreiben sie neue Bedeu­tungs­geschicht­en zu und spiegeln in ihnen größere gesellschaftliche Phänomene. Mit ihrer Serie „Forschungslabor“ entwick­el­ten sie eine von Phan­tasie und Witz geprägte Arbeit, die Par­al­le­len zwis­chen Kun­st und Wis­senschaft her­ausar­beit­et. Die run­den, pelzi­gen Krea­turen in unter­schiedlichen Größen und natür­lichen Far­ben kön­nten gek­lon­te Organ­is­men der Zukun­ft oder eine unbekan­nte Spezies aus längst ver­gan­gen Zeit­en sein. Für die Ausstel­lung „Crea­tures“ haben die Kün­st­lerin­nen die Fell­bälle in den  Außen­raum der Ruine der Klosterkirche platziert. Beobacht­en kann man diese kün­stlichen Krea­turen durch  das geschlossene Ein­gangstor der Ruine, das uns den Ort als eine Art Käfig wahrnehmen lässt. „Crea­tures“ exper­i­men­tiert mit dem Raum der Kirchen­ruine des mit­te­lal­ter­lichen Klosters und bewegt sich auf dem schmalen Grat zwis­chen Fik­tion und Real­ität. Die Instal­la­tion ver­weist auf den gegen­wär­ti­gen Zus­tand des Bau­denkmals in ein­er Sit­u­a­tion des Umbruchs, die sich auch als eine Art öffentlich­es Forschungslabor oder Zukun­ftswerk­statt beschreiben lässt.

Mehr Infor­ma­tio­nen zu den Kün­st­lerin­nen

www.petschatnikov.de

Ausstellungsdauer: 11.02.2017–30.04.2017

Falt­blatt zur Rau­min­stal­la­tion “Crea­tures”


Bild: © Hol­ger Her­schel

[state­ment & dia­logue II]

Der Licht- und Ton­de­sign­er Mar­t­in Bre­tag sorgt erst­ma­lig dafür, dass die Ruine der Klosterkirche in der Win­terzeit nicht im Dunkeln bleibt. Seine Instal­la­tion aus Schein­wer­fern und Neon­röhren hüllt die Klosterkirchen­ruine in ein Lich­tam­bi­en­te und zeich­net die einzi­gar­tige Architek­tur des kul­turgeschichtlichen Bau­denkmals nach. Seine Arbeit spielt mit der his­torischen Bausub­stanz und ver­set­zt den Stan­dort in eine mod­erne Lichtwerk­statt. Bre­tag greift Ele­mente der umliegen­den zeit­genös­sis­chen Stadtar­chitek­tur auf und überträgt sie auf den Boden des ehe­ma­li­gen Kirchen­raums.

Mar­t­in Bre­tag, 1988 in Frankfurt/Oder geboren, studierte Kul­tur und Tech­nik und Wis­senschafts- und Tech­nikgeschichte an der Tech­nis­chen Uni­ver­sität zu Berlin. Seit 2012 betreut er als Licht- und Ton­de­sign­er mit sein­er Fir­ma Klangkul­tur viele regionale und über­re­gionale Ver­anstal­tun­gen, u.a. Konz­erte des Pop-Pro­jek­tes „Schiller“, der Gospel- und Soul­sän­ger­in Ingrid Arthur und der Band „Radio Doria“ von Schaus­piel­er Jan-Joseph Liefers. Für sein Licht­de­sign zur Eröff­nung des Muse­ums „Himm­lis­ches The­ater“ in Neuzelle gewann Mar­t­in Bre­tag 2016 den Future Tal­ents Project — Wet­tbe­werb. Grund­lage sein­er Arbeit als Licht- und Ton­de­sign­er ist stets der Ort bzw. der Raum. Das Spiel mit Har­monien und Dishar­monien, sowie die his­torischen Epochen eines Orts sind entschei­dend für seine Arbeit. Sein Schaf­fen begreift Bre­tag auf der Schwelle zwis­chen Kunst/Gestaltung und Tech­nik.

Ausstellungsdauer: 16.12.2016–02.04.2017

Pressemappe zur Lichtin­stal­la­tion von Mar­t­in Bre­tag


Bild: © Hol­ger Her­schel

[state­ment & dia­logue I]

Der Lux­em­burg­er Kün­stler Luc Wolff hat in der Ruine der Klosterkirche eine raum­greifende Baustelle ein­gerichtet. Die in Berlin leben­de Kün­st­ler­in Patri­cia Det­mer­ing zeigt eine Videoin­stal­la­tion in den verbliebe­nen Innen­räu­men der Kirche und dehnt diese räum­lich bis auf die andere Seite der Erd­kugel aus.

Die Bilden­den Künstler*innen Luc Wolff und Patri­cia Det­mer­ing machen auf Ein­ladung des Fach­bere­ichs Kun­st und Kul­tur, kuratiert von Dr. Ute Müller-Tis­chler und Sebas­tian Häger, den Auf­takt für eine Rei­he von zeit­genös­sis­chen Posi­tio­nen in der Ruine der Franziskan­er Klosterkirche. Die Ausstel­lungsrei­he DIE RUINE DER KLOSTERKIRCHE [state­ment & dia­logue] zeigt kün­st­lerische Reflex­io­nen über das Kul­tur­denkmal aus dem Mit­te­lal­ter, dessen Geschichte und mögliche Rolle in nicht allzu fern­er Zukun­ft.

Luc Wolff, 1954 in Lux­em­burg geboren, studierte in den 80er Jahren Land­schaft­sar­chitek­tur und später Kun­st in Berlin. In seinen tem­porär angelegten Arbeit­en unter­sucht Wolff die Gren­zen etabliert­er Leben­sräume. Er geht auf vorge­fun­dene Orte ein und verän­dert diese auf eine leise, unspek­takuläre Weise, meist mit ein­fachen, alltäglichen Mit­teln. Durch das sub­tile Markieren augen­fäl­liger Raum­gren­zen im Kon­text funk­tionaler Architek­tur ver­weist Wolff auf das Aus­ge­gren­zte. Ver­meintlich isolierte, fest definierte Orte wer­den nicht mehr als solche wahrgenom­men. Beispiel­haft hier­für ist seine Arbeit „MAGAZZINO“, die 1997 als Lux­em­burg­er Bien­nale-Beitrag in Venedig zu sehen war. Wolff zeigt Orte im Wan­del, Orte mit flex­i­blen, durch­läs­si­gen Gren­zen, die Verän­derung zulassen oder gar gener­ieren. Er nen­nt sie „Baustel­len“. Eine dieser Baustel­len richtet Wolff in Form eines mon­u­men­tal­en Dek­agons (Zeh­necks) aus Baugerüstele­menten in der Ruine der Klosterkirche ein. Seine Arbeit greift die Apsis der Kirche for­mal auf und spiegelt diese räum­lich. Mit sein­er Instal­la­tion bezieht sich Wolff sowohl auf die baulichen Beson­der­heit­en des Raumes als auch auf dessen his­torische Funk­tion als Gotte­shaus. Die Ästhetik ein­er realen Baustelle an diesem abgeschiede­nen, ver­wun­sch­enen Ort ver­weist zudem auf die bevorste­hen­den Umbauprozesse in dem umliegen­den Are­al des Molken­mark­tes und dem Niko­laiviertel.

Bild: ©Hol­ger_Her­schel

Patri­cia Det­mer­ing, 1980 in Arnstadt/Thüringen geboren, lebt und arbeit­et als Bilden­de Kün­st­ler­in in Berlin. Bis 2015 studierte sie an der Hochschule für Bilden­de Kün­ste Dres­den, u. a. in der Klasse Ker­bach. Det­mer­ing unter­sucht medi­enüber­greifend Möglichkeit­en der Irri­ta­tion men­schlicher Wahrnehmung. Ihren Arbeit­en unter­liegt die The­se, dass es keinen direk­ten Zugang zum Wesen der Dinge unser­er sinnlich erfass­baren Umwelt gibt, son­dern nur deren Erschei­n­ungs­form. Mit diesen For­men arbeit­et Patri­cia Det­mer­ing, bricht sie auf, beleuchtet deren Kon­tex­te und Kon­no­ta­tio­nen und spielt sie zurück zum Betrachter.Für die Ausstel­lung in der Ruine der Klosterkirche hat sie eine Videoin­stal­la­tion entwick­elt, die die Magie der verbliebe­nen, bish­er nicht öffentlichen Innen­räume der Kirche auf­greift und diese räum­lich aus­dehnt. In ihrer Arbeit „Antipod“ ist die Pro­jek­tion des Him­mels zu sehen, der sich von Berlin aus betra­chtet auf der gegenüber­liegen­den Seite der Erde befind­et. Im Gemäuer der Ruine der Klosterkirche simuliert Det­mer­ing hier­für ein Loch im Boden, mit dem Effekt, man würde ein­mal durch den kom­plet­ten Erd­kern hin­durch blick­en. Begleit­et wird ihre Arbeit durch ein Reise­tage­buch dem man in den kom­menden Wochen auf Insta­gram (www.instagram.com/patriciadetmering/) fol­gen kann.

Ausstellungsdauer: 02.09.–30.10.2016

Pressemappe zur Ausstel­lung von Patri­cia Det­mer­ing und Luc Wolff