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Creamcake: Paradise Found

07.06.2019, 18 Uhr
Kara-Lis Coverdale, COOL FOR YOU, Lamin Fofana, Judith Sönnicken

27.07.2019, 18 Uhr
Bendik Giske, Cucina Povera, Nile Koetting, Michelle Woods

17.08.2019, 18 Uhr
Dorian Electra, Shygirl, i.Ruuu, Brooklyn Bridge

Paradise Found reagiert auf die extremen Verhältnisse unseres gegenwärtigen Zeitalters der Beschleunigung mit einem einfachen, wenn auch radikalen Vorschlag: Talente zu fördern und sie sich in ihrem eigenen Tempo entwickeln zu lassen. Der Spielplatz-Garten, der von den Ruinen eines mittelalterlichen Franziskanerklosters flankiert wird, wird zum Schauplatz für Live- Performances und Installationen, die sich mit den Themen Geschwindigkeit und Entschleunigung, Konzentration und Kontemplation, Lärm und Stille auseinandersetzen und den Hörer zum Verweilen in der paradiesischen Umgebung einladen. Unter den teilnehmenden Musiker*innen, Komponist*innen, Produzent*innen, Interpret*innen und Künstler*innen befinden sich neben etablierten Namen auch aufstrebende Talente. Diese Auswahl zeugt von der Bemühung, nicht an dem hohen Umsatz des menschlichen Kapitals innerhalb der sogenannten Erlebniswirtschaft von Festivals und kulturellen Veranstaltungen teilzunehmen, sondern diese arkadische Alternative zu praktizieren. 

Die Teilnehmer*innen unterbrechen die heilige Achse und Ausrichtung der Kirche – ein Symbol für Konvention und institutionelle Macht – indem sie das subversive Potenzial von queerfeministischen Gesten und agnostischen Ritualen an einem historischen Ort erkunden. Diese disruptiven und asymmetrischen Beziehungen machen die Herausforderung und Realität der Beschleunigung mittels ihrer eigenen Marginalität nachvollziehbar. Dies sind die Peripherien, die an den Grenzen der elektronischen Musik aktiv und zugänglich werden.

Paradise Found vereint ein Spektrum von experimentellen und progressiven Live-Acts im Sonic- und Cross-Genre-Bereich und präsentiert eine Vielfalt von Klängen, Klangfarben, Lautstärken und Geschwindigkeiten, um die affektiven und somatischen Möglichkeiten der Musik auszuloten, welche einer Umgebung sowohl beruhigende als auch verstörende Momente zu verleihen vermag. Zwischen organischen und anorganischen Objekten und Elementen bilden sich atmosphärisch aufgeladene Felder um das Publikum, um die freie Bewegung innerhalb jeder individuellen Erfahrung zu ermöglichen. Musikalische Schwingungen übertragen sich zwischen Körpern aller Art – Menschen, Pflanzen, diese zerfallenden Klostermauern – und erzeugen eine lebendige und reaktive Präsenz, die zyklische Energie aufnimmt und abgibt.

Paradise Found ist ein konzeptionelles Biotop. Es ist ein Lebensraum, in dem sich eine spontane Gemeinschaft entfalten und gedeihen kann.

Die Ruinen der Franziskaner-Klosterkirche werden zu dem Zufluchtsort dieses lebendigen Obstgartens der Vielfalt und Hybridität, ein Garten der elementaren Begegnungen und Pausen, der Wünsche und Sehnsüchte. Andererseits wird auch die dringend benötigte Sorgfalt und Aufmerksamkeit hervorgehoben, die ein derartiger Raum erfordert.

Das englische Wort »curation« kommt aus dem Lateinischen curare und bedeutet »heilen« oder »achtgeben auf«. Creamcake zielt darauf ab sich mit »Paradise Found« auf die Idee der langfristigen Pflege, und Fürsorge für ihre bestehenden Netzwerke und mit ihnen verbundenen Diskurse konzentrieren. Es wurden daher insbesondere Künstler*innen eingeladen, die bereits zuvor mit der Plattform gearbeitet haben, in dem Bemühen diese heranwachsenden Praktiken mit ausreichenden Ressourcen und Infrastrukturen nachhaltiger zu unterstützen. Nur durch Empowerment, Kooperation und Verbundenheit in unseren Gemeinschaften, kann das Kuratieren um Kontext einer beschleunigten Musik- und Kunstszene eine fürsorgende Aktivität sein.

Tickets für diese Veranstaltung kosten 8,- €. Der Verkauf wird über Creamcake organisiert. Der Link zum Vorverkauf wird zeitnah veröffentlicht.

Pressemappe zur Ausstellung Playground-for accepting your Mortality