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20.06.2020 - 03.08.2020

GOD IS AN ASPHYXIATING BLACK SAUCE

Johanna Hedva feat.
William Fowler Collins, Anja Kanngieser, Geneva Skeen, Gabie Strong & Pauline Lay, Johannes Beck und Universal Solvent Studios

 

Zur Sommersonnenwende, am 20. Juni, eröffnet in der Klosterruine die erste Einzelausstellung von Johanna Hedva in Deutschland. Hedva ist ein_e Künstler_in, Schriftsteller_in, Musiker_in und Astrolog_in. In der künstlerischen Praxis setzt sich Hedva mit radikalen Durchlässigkeiten des Körpers auseinander und versucht, dessen Beziehung zu Zeit, Kapitalismus, Tod, Nichts und dem Kosmos zu erkunden.

Für die Ausstellung God is an Asphyxiating Black Sauce verbindet Hedva neue und unveröffentlichte Klangstücke von Freund_innen und Kolleg_innen mit eigenen, ortsbezogenen und sich verwandelnden Musik- und Textwerken. Verschiedene Versionen der Ausstellung lassen sich aus der Entfernung und vor Ort, virtuell und telepathisch erfahren.

Die Installation setzt Hedvas Suche nach dem Aufbrechen der unheiligen Einheit von Zeit und Produktivität fort und schafft eine Klanglandschaft aus Noise, Musik und Sprache, die das Unendliche anstößt und anheult. Wie fühlt sich diese Abwesenheit an, wie klingt sie, diese schwarze Soße, die unter, durch, ohne und in unserer alltäglichen Zeit fließt? Existiert Abwesenheit eigentlich? Oder ist sie nicht immer durchsetzt mit Geschichten, Erinnerungen und Geistern?

Ein Teil der Ausstellung ist eine eigens eingerichtete Website, welche unter godsauce.black abrufbar ist.

 


Winterprogramm 2019-2020
15.12.2019 – 31.5.2020

Unfinished Histories: The Better Alchemists

Contemporary Artists Respond to Leonhard Thurneysser

15.12.2019 – 30.1.2020
Unfinished Histories Vol. V [Exhibition]
Leonhard Thurneyssers Rätsel

1.02. – 31.5.2020
Unfinished Histories Vol. VI [Exhibition]
Haytham El-Wardany, Monika Rinck

31.5.2020  16 – 18:30 Uhr
The Better Alchemists in Dialogue.
Vortrag, Lesung und Gespräch mit Haytham El-Wardany, Jasmin Mersmann, Monika Rinck
Hosted by Babes Bar mit „Libations“
Moderiert von Paz Guevara
            
16 Uhr Vortrag:
Jasmin Mersmann „Hyperphysik, oder: Die Transmutationen des Leonhard Thurneysser zum Thurn“
17 Uhr Lesung und Gespräch:
Haytham El-Wardany „True Fables“ und Monika Rinck „Goldes Wert“

Aufgrund der aktuellen Situation sind die Besucher*innenzahlen limiert.
Bitte anmelden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

Unter dem Titel «The Better Alchemists: Contemporary Artists Respond to Leonhard Thurneysser» werden Ansätze des Alchemisten Thurneysser aufgegriffen, der im Kloster die erste Druckerei Berlins, ein Laboratorium und eine Wunderkammer betrieb und sich neben der Alchemie mit Metallurgie, Botanik, Uroskopie, Übersetzung uvm. beschäftigte. Als «Better Alchemists» sind Autor*innen und Künstler*innen eingeladen, sich mit der Geschichte, den (sprach-)wissenschaftlichen Ansätzen und der streitbaren Figur Thurneysser auseinanderzusetzen.

Die Ausstellung eröffnete Mitte Dezember mit alchemischen Rätselreimen Thurneyssers (Vol. V.). Das Genre der Rätselreime gehörte bis ins 18. Jahrhundert zu einer gebräuchlichen literarischen Form vieler Alchemiker und auch Thurneysser verschlüsselte gern alchemisches Wissen und Sachfragen in Reimform. In der ersten Episode des diesjährigen Programms werden zwei Rätselreime Thurneyssers aus dem 16. Jahrhundert gezeigt. Die Reime stammen aus der Quinta essentia (1574) sowie aus einem seiner Hauptwerke, der Archidoxa -  ein aufwändig gestaltetetes, großformatiges Buch aus seiner Druckwerkstatt, das Planetentafeln enthält, mit denen es möglich sein sollte, die Zukunft vorherzusagen.

Das Programm setzt sich im Februar bis zum ersten Maiwochenende fort mit Textinstallationen auf Deutsch und Englisch von Monika Rinck und Haytham El-Wardany (Vol. VI.). Am 2. Mai schließt das Programm mit einem Symposium mit den Autor*innen, Kunsthistoriker*innen sowie Performances.

Das Programm ist Teil der mehrjährigen Reihe »Unfinished Histories«, in der das Verhältnis von Geschichte zum Poetischen erforscht wird.
Mittelpunkt der Ausstellung ist eine multimediale LED-Installation auf der Innenfläche der Klosterruine. Produktionsleitung, Carolina Redondo.


Die Ausstellung ist während der saisonalen Schließung der Klosterruine bis Anfang Mai täglich zwischen 10 und 22 Uhr von außen einsehbar.

Weitere Informationen zu der Ausstellung

Volltexte von Haytham El-Wardany und Monika Rinck

 

23.3.2020 – 19.4.2020

Times in Crisis

Mit Leda Bourgogne, Verena Buttman, Eli Cortiñas, Magdalena Los, Nick Koppenhagen, David Reiber Otálora, Julia Novacek, Pablo Schlumberger, Mirjam Thomann, Nik Timkova & Zuzana Žabková u.a. 

Kuratiert von Christopher Weickenmeier/Produziert von Carolina Redondo

Die Gruppenausstellung „Times in Crisis“ versteht sich als unmittelbare Auseinandersetzung mit dem gesellschaftlichen Ausnahmezustand, der in Reaktion auf die Covid-19 Epidemie verhängt wurde und die alltäglichen Lebens- und Arbeitsbedingungen nachhaltig und radikal verändert. Der Fokus der Ausstellung liegt auf der zeitlichen Dimension der Krise. Während in hoffnungsfroher Antizipation auf das vermeintliche Ende der Krise auf die Situation in Wuhan verwiesen wird, befindet sich Deutschland noch am Anfang der Krise. Auf die Krise verantwortlich zu reagieren, – so der Tenor – heißt sie zu antizipieren. Das Jetzt der Krise ist immer entweder aufgeschoben oder schon übersprungen. Gleichzeitig erreicht die virtuelle Zeitlichkeit der medialen Vermittlung ihren neuen Höhepunkt. Der Live-Ticker macht aus der Zeit eine abstrakte Größe, die unendlich beschleunigt werden kann. Dabei verbreitet sich der Virus nicht schneller als der Gang zur Arbeit, der Besuch bei Freund*innen, der Barbesuch am Abend. Erschwerend kommt hinzu, dass unser Zeitgefühl durch die Suspendierung der meisten unserer alltäglichen Rhythmen weiter abhandenkommt. „Times in Crisis“ fragt nach dem Wann der Krise und macht sich das Format des Videotagebuchs zu eigen, das durch die alltägliche Wiederholung einen Rhythmus schafft, der die Betrachter*innen für die tatsächliche Dauer der Ereignisse sensibilisiert. Das Format versteht sich als offene Einladung an Künstler*innen, ihren ganz eigenen Blick auf die Entwicklungen der Covid-19 Epidemie über die Dauer einer Woche zu entfalten. In Hinblick auf die existentielle Notlage vieler Künstler*innen in diesen Tagen, ist das Festhalten an dem Mehrwert künstlerischer Auseinandersetzung mit der Gegenwart, wichtiger denn je.

Eine Online-Ausstellung auf dem Youtube-Channel und den Social Media Accounts der Klosterruine Berlin