Artist Talk

Nazanin Noori, Fabian Schöneich

Veranstaltung

29. August 2026, 17:00 Eintritt frei, ohne Anmeldung

Dauer: 60 min. inkl. Fragen

Nazanin Noori spricht mit Fabian Schöneich, Direktor des CCA Berlin, der 2024 ihre erste institutionelle Einzelausstellung kuratierte, The Echo of Protest Is Distant to the Protest.

Ihre aktuelle Installation in der Klosterruine, Behold God in All That Exists in His Name, verwendet umfunktionierte, beleuchtete Rollfeld-Beschilderungen aus der Luftfahrt, die den Titel der Arbeit als durchgehende Lichtzeile in der Ruine zeigen – eine Fortführung ihres Interesses an der Aneignung offizieller, systemischer Darstellungsformen.

Im Zentrum des Gesprächs steht Nooris Gesamtpraxis, die sich zwischen Kunst, Theater und Musik bewegt. Noori und Schöneich sprechen darüber, wie sie mit Klang, Skulptur und Text Bedeutung erzeugt, welche Rolle Symbole und Zeichen in ihrer Arbeit spielen, und welche politische Dimension sich durch ihr Werk zieht.

2026 wurde Noori mit dem ars viva-Preis für Bildende Kunst ausgezeichnet.

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Nazanin Noori, Klosterruine, 2026, Foto: Peter Oliver Wolff

Biografien

Nazanin Noori lebt und arbeitet in Berlin. Ihre interdisziplinäre Praxis umfasst Installation, Klangkunst, Komposition, Live- und Lecture-Performance, Regie sowie Text. In ihren Arbeiten untersucht sie die Verschmelzung von Klang, Raum, Skulptur und postdramatischer Poesie und widmet sich dabei sowohl religiösen als auch medialen Machtordnungen. Im Zentrum steht die Frage, auf welche Weise Erfahrungen von Spiritualität, Protest und kollektiver Wahrheit vereinnahmt oder verzerrt werden. Ihre hypnoakustischen Kompositionen prägen eine eigenständige Klangästhetik, für die sie den Begriff Ambient Hardcore entwickelt hat.

Ihre künstlerische Praxis begann 2016 mit Kompositionen für Theater und Kunstfilm. Ihr Debütalbum FARCE erschien beim Label enmossed. Die 54-minütige Soundarbeit HAAL wurde erstmals 2021 im Rahmen der Ausstellung „The Sun Machine Is Coming Down“ der Berliner Festspiele im ICC präsentiert und anschließend von Deutschlandfunk Kultur ausgestrahlt.

Nooris Arbeiten wurden in zahlreichen Galerien und Institutionen gezeigt, darunter EIGEN + ART Lab, Auto Italia, die Akademie der Künste Berlin, CCA Berlin, M Leuven, das Haus der Kulturen der Welt, das Eye Filmmuseum sowie im Rahmen der Transmediale. Ihre Performances waren unter anderem im Martin-Gropius-Bau, in der Villa Massimo, im Berghain, in der Schirn Kunsthalle, im Schauspielhaus Zürich, in La Gaîté Lyrique, im Rahmen von CTM sowie am ICA London zu erleben.

Nazanin Noori war Artist-in-Residence an der Jungen Akademie der Künste, bei Rupert und Callie’s. Ihre Theaterarbeiten wurden am Maxim Gorki Theater, am Deutschen Theater und am Berliner Ensemble aufgeführt. Ihre Soundszenarien wurden von verschiedenen internationalen Radiosendern präsentiert, darunter Mutant Radio, Deep House Tehran und Refuge Worldwide, wo sie seit 2021 eine Residency innehat. Im Jahr 2026 wurde Nazanin Noori mit dem ars viva-Preis für Bildende Kunst ausgezeichnet.

Fabian Schöneich ist Geschäftsführer und künstlerischer Leiter des  CCA Berlin – Center for Contemporary Arts, das er 2022 gegründet hat.

Zuvor war er Kurator am Portikus in Frankfurt (2014–2018) und arbeitete als Assistenzkurator an der Kunsthalle Basel sowie am Kunstinstituut Melly (ehemals Witte de With Center for Contemporary Art) in Rotterdam.

Fabian Schöneich, Credit Diana Pfammatter

Fabian Schöneich, CCA Berlin, Foto: Diana Pfammatter