Publikationen
Schriften zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Klosterruine Berlin
Das Graue Kloster von Berlin. Biografie eines wiedergefundenen Ortes
Die Berliner Autorin Kerstin Decker begibt sich in ihrer kulturhistorischen Erzählung auf eine spannende Zeitreise durch die Jahrhunderte. Kenntnisreich vermittelt sie Bedeutung der Franziskaner für die Gründungsjahre der Stadt und erhellt die bahnbrechenden Architekturleistungen der Erbauer genauso wie die wechselvolle Nutzungsgeschichte der Klosterkirche nach der Reformation. Dabei bringt Decker den Lesenden auf humorvolle Weise die Menschen nahe, die vor Ort gewirkt haben.

Das Buch ist auch ein Formexperiment. Die zahlreichen Abbildungen, historische wie aktuelle, ergänzen den Text nicht nur. Kommentierte Fotografien legen die unterschiedlichen Zeitschichten an der heutigen Ruine frei, während die Illustrationen von Sara Bock den Bauzustand vergangener Epochen wiederauferstehen lassen. So wird anschaulich, auf welche Weisen sich Geschichte – mal mehr mal weniger subtil – in den Stadtraum einschreibt.

Weitere Informationen finden Sie auf dere Website des Verlags.
344 Seiten
Spector Books, Oktober 2025
ISBN: 9783959052931
Sprache(n): Deutsch
Herausgegeben von Ute Müller-Tischler und Philipp Oswalt
Autorin: Kerstin Decker
Gestaltung: Helmut Völter
Illustration: Sara Bock
Fotografie: Wataru Murakami
Minor Histories
Minor Histories präsentiert das von Juliane Bischoff zwischen Juni 2024 und April 2025 kuratierte Programm in einer Publikation. Verortet im architektonischen und historischen Kontext der Klosterruine Berlin, versammelt das Buch zeitgenössische künstlerische Praktiken – darunter Performance, Skulptur, Poesie und Sound – und untersucht, wie Geschichte konstruiert, erinnert und neu imaginiert wird.

Zwischen Juni 2024 und April 2025 trat die ortsspezifische skulpturale Intervention anything, anything von Kate Newby in einen fortlaufenden Dialog mit der sich wandelnden Umgebung der Klosterruine Berlin. Newbys Arbeit bildete den konzeptuellen und materiellen Rahmen für die folgenden Performances von Chloe Chignell, Bryana Fritz & Stefa Govaart, Mira Mann mit Domi Chansorn, Carmen Gheorghe & Elisa R. Linn, Leyla Yenirce, Schlechte Wörter (Logan February, Moshtari Hilal, Nazanin Noori, Tanasgol Sabbagh, Fabian Saul, Ralph Tharayil & Mathias Zeiske), Mikołaj Sobczak und weiteren.

Minor Histories präsentiert eine konzeptuelle Dokumentation dieser Performances, ergänzt durch literarische Referenzen und Faksimiles, die die Arbeiten in breitere historische und poetische Kontexte einbetten. Die ausgewählten Texte reichen von den mystischen Schriften der Autorin Marguerite Porete aus dem 13. Jahrhundert über Werke von William Blake, Kim Hyesoon, Solmaz Sharif und OMARA (Mara Oláh) bis hin zu zeitgenössischen Autor:innen wie Enis Maci und Mazlum Nergiz. Die Publikation enthält zudem einen neu in Auftrag gegebenen Text von Miriam Stoney.
Minor Histories ist zugleich eine Dokumentation eines konkreten Programms und eine offene Befragung, wie sich Kunst mit sozialen und historischen Kontexten auseinandersetzt.
Hier geht es zur Verlagswebsite.
112 Seiten
Ness Books, Paris 2025
ISBN: 978-2-9594887-3-3
Sprache(n): Englisch
Herausgegeben von Juliane Bischoff
Gestaltung: Sophie Rentien Lando
ARCH+ features 119: Relikte und Resonanzen
Inmitten der aktuellen Diskurse um die Rekonstruktion der Berliner Altstadt brachte die von der Klosterruine Berlin in Zusammenarbeit mit „Rechte Räume“ und ARCH+ features veranstalte Konferenz „Relikte und Resonanzen“ am 26. und 27. August 2023 Vertreter*innen aus Architektur, Soziologie, Archäologie, Politik und Aktivismus zusammen, um gemeinsam die Frage zu diskutieren, in welcher Art von Stadt wir künftig zusammenleben wollen.

Die Klosterruine ist als eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude der Stadt nicht nur ein Stück Erinnerungsarchitektur und heute ein öffentlicher Ort, der Kunst frei zugänglich macht, sondern auch Rückzugs- und Gegenort. Sie ist einer der wenigen von Verwertungszwängen noch freien Räume im historischen Zentrum Berlins, die durch steigende Mieten, Privatisierung, Wohnraummangel, Verdrängung und Homogenisierung unter Druck steht.
Das Baudenkmal Teil der aktuellen städtebaulichen und architektonischen Entwicklung rund um den Berliner Molkenmarkt, dessen künftige Bebauung und Umgestaltung die Zugänglichkeit und Wahrnehmung der Klosterruine selbst wesentlich mitbestimmen wird. Auch die Bezug- und Indienstnahme eines bestimmten Geschichtsmythos als Marketinginstrument der Immobilienbranche, nicht zuletzt im globalen Standortwettbewerb, lässt sich an den aktuellen Plänen für dieses Areal studieren.

So widmete sich die Konferenz den ideologischen, ökonomischen und ökologischen Dimensionen des Planungsgebiets um den Molkenmarkt, die sich auf das Zusammenleben in der Stadt, ihre Freiräume und ihr Kulturleben auswirken werden, und fragte nach den Identitäts-, Geschichts- und Imaginationsräumen, die durch Rekonstruktionsprojekte erschaffen werden. Geschichte ist nichts Gegebenes, sondern ein hegemonial und ideologisch permanent umkämpftes Feld, das sich auch im städtischen Raum immer wieder neu manifestiert.
Die Publikation mit den Diskussionsbeiträgen finden Sie hier als PDF.
Wissenschaftliche Publikationen zur Klosterruine

Historische Kommission Berlin e. V. (Hrsg.): Das Graue Kloster in Berlin. Perspektiven aus der Geschichte (=Kleine Schriftenreihe der Historischen Kommission zu Berlin. Band 11). Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-8305-4233-9.
Zugang zum E-Book im Open Access: doi:10.35998/9783830542339

Dirk Schumann (Hrsg.): Brandenburgische Franziskanerklöster und norddeutsche Bettelordensbauten. Architektur – Kunst – Denkmalpflege. Lukas-Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-86732-037-5.

Landesdenkmalamt Berlin (Hrsg.): Kirchenruine des Grauen Klosters in Berlin. Geschichte, Forschung, Restaurierung (= Beiträge zur Denkmalpflege in Berlin. Band 23). Michael Imhof Verlag, Petersberg 2007, ISBN 978-3-86568-200-0.